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Eindrücke vom Engagement einer internationalen Freiwilligen in Stuttgart Feuerbach

„Ich verstehe Deutschland ein bisschen besser“, sagt die bolivianische Freiwillige Maria de los Angeles Antelo Cordova (24). Ich habe vorher viel über die deutsche Ordnung und Pünktlichkeit gehört. Jetzt habe ich Kontakt zu den Menschen und lerne viel über das wirkliche Leben“. Die Freiwillige, die von allen nur „Angie“ genannt wird, engagiert sich als eine von über 2500 sogenannten Incoming-Freiwilligen für zwölf Monate in Deutschland. Sie ist in der Stuttgarter Kindertagesstätte belle etage“ der Polifant gGmbH aktiv.


Am Montag den 9. Juli traf Dr. Anna Christmann, Bundestagsabgeordnete Bündnis 90/ Grünen in Stuttgart und Mitglied im Unterausschuss Bürgerschaftliches Engagement, mit Angie und Vertreter*innen der Einrichtung zusammen. Sie sprachen über die individuellen Erfahrungen und Chancen eines sogenannten Incoming-Freiwilligendienstes in Stuttgart. „Ich bin beeindruckt, wie viel Offenheit und Lust am Engagement in Deutschland Angie zeigt“ sagt Frau Christmann. „Durch die vielfältige Unterstützung durch den Träger und die Einsatzstelle hat sie die Chance, viel kennenzulernen und neue Erfahrungen zu machen. Dafür bietet sie ihre Zeit, Ideen und tatkräftige Unterstützung an.“


Michaela Nowraty, Geschäftsführerin der Polifant gGmbH, fügt hinzu: „Wir nehmen internationale Freiwillige im zweiten Jahr auf. Es sind immer sehr motivierte und engagierte Menschen, was uns bei unserem Kurs bestärkt, die Vielfalt in der Mitarbeiterschaft zu fördern.“ Die Freiwilligen nehmen im Vorfeld und während des Dienstes an pädagogischen Begleitseminaren teil, wo sie ihre Erfahrungen vom Leben und Arbeiten in Deutschland reflektieren können und haben eine kontinuierliche Ansprechperson. „Für uns als Einrichtung machen diese Angebote einen großen Unterschied“, erläutert Frau Nowraty, „da die
Freiwilligen so ihre Eindrücke von der Zusammenarbeit besprechen können, was unserer Arbeit im Nachgang gut tut“. Der Prozess läuft dabei nicht ohne Missverständnisse und Schwierigkeiten ab. Am Ende lernt jedoch das Team und somit die Organisation immer wieder neue Perspektiven dazu, es ist ein kontinuierliches Geben und Nehmen.


Für die Praxisanleiterin der Freiwilligen, Anika Hofereiter, liegt der Mehrwert der Aufnahme von internationalen Freiwilligen vor allem darin, dass für die Kinder Vielfalt zur Normalität wird. „So internationalisiert sich das Miteinander Stück für  Stück. Wir Erwachsenen lernen dabei auch immer wieder das Kinder viel offener sind und ihnen z.B. eine gemeinsame Sprache nicht ganz so wichtig ist“.


Koordiniert wird der internationale Freiwilligendienst vom Bolivianischen Kinderhilfswerk aus Stuttgart, die ihre Freiwilligen aktuell über die Süd-Nord-Komponente des weltwärts Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördern lassen. Das Förderprogramm läuft in Kooperation mit dem Bundesfreiwilligendienst (BFD).Kristina Austrup, Ansprechpartnerin für die Freiwilligen und Einrichtungen sieht den Mehrwert des Austauschs darin, dass die jungen Menschen sich persönlich weiterentwickeln und aus ihrer Komfortzone herauskommen können. „Sie werden selbständiger, lernen Fragen zu stellen und ihre Wünsche direkt zu äußern. Wir lernen auch immer wieder neues über uns und die Wirkung auf Menschen aus dem Ausland“, so Austrup weiter.
Ein Incoming-Freiwilligendienst bietet den Beteiligten die Möglichkeit einer
Auseinandersetzung mit transkulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschieden der jeweiligen sozialen, ökologischen, ökonomischen und politischen Gegebenheiten. Die Incoming-Freiwilligen kommen ebenso mit inländischen Freiwilligen zusammen wie mit Menschen, die bisher nur wenig Kontakt mit unterschiedlichen Kulturen, Religionen und Sprachen haben, mitunter sogar Berührungsängste.


Frau Christmann würdigt am Ende das internationale soziale Engagement der Freiwilligen und der Einrichtung in ihrem Wahlkreis und kündigt Unterstützung an. Sie stellt fest: „Ich werde mich weiter für den Ausbau von solche Programmen einsetzen, die ein weltoffenes Deutschland und internationale Begegnungen fördern.“


Angie, die vor ihrem Dienst ein Studium der Allgemeinmedizin abgeschlossen hat, wird in einigen Wochen ihre Koffer packen, um zurück nach Bolivien zu fahren. Momentan plant sie im Januar des kommenden Jahres in Spanien ihre Spezialisierung als Ärztin zu beginnen. Angie resümiert: „Es war toll dieses Jahr. Ich habe viel gelernt und weiß jetzt auch, dass in Deutschland nicht alles immer nur ordentlich und pünktlich ist. Dafür kann ich einen
Freiwilligendienst in Deutschland nur empfehlen.“ (TS)


Pressekontakt und Koordination: Fachbereich Incoming, AKLHÜ e.V. Netzwerk und Fachstelle für internationale personelle Zusammenarbeit , Tore Süßenguth,
suessenguth@entwicklungsdienst.de, 0228/90 899 24


Gruppenbild von links:
Kristina Austrup, Ana-Maria Zea O`Phelan (beide BKHW), Marie de los Angeles Antelo Cordova (Freiwillige aus Bolivien), Anika Hofreiter (Polifant), Dr. Anna Christmann (MdB Bündnis 90/ Die Grünen), Michaela Nowraty (Polifant), Tore Süßenguth (AKLHÜ)

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